Ist Aluminium magnetisch? Eigenschaften einfach erklärt

Sie planen eine leichte Verkleidung und möchten daran Magnete befestigen? Dann ist wichtig: Aluminium ist nicht ferromagnetisch – ein gewöhnlicher Magnet haftet daran also nicht wie an Eisen. Physikalisch ist Aluminium allerdings schwach paramagnetisch.

Was das bedeutet und welche Eigenschaften Sie noch berücksichtigen sollten, erklären wir Ihnen hier. Mit unserem Angebot an Aluminiumblechen, Profilen, Rohren und individuellen Zuschnitten unterstützen wir Sie dabei, Werkstoff und Einsatzzweck zusammenzubringen. Hier erfahren Sie, worauf es bei leichten Bauteilen und magnetisch haftenden Oberflächen ankommt.

Ist Alu magnetisch? Warum Aluminium anders reagiert als Eisen

Nicht jedes Metall zieht Magnete spürbar an. Wichtig sind hierbei die magnetischen Eigenschaften der Materialien. Ihr Ursprung liegt im Verhalten der Elektronen und in der Atomstruktur: Die Bewegung und der Spin der Elektronen tragen zu magnetischen Momenten bei. Wie diese im Werkstoff zusammenwirken, beeinflusst seine Reaktion auf ein Magnetfeld.
ist Aluminium magnetisch wird von einer Frau auf einem Alu Blech gestestet

Ferromagnetismus: starke Anziehung bei Eisen, Nickel und Kobalt

Eisen, Nickel und Kobalt zeigen bei üblichen Temperaturen Ferromagnetismus; viele Stähle ebenfalls. In diesen Materialien gibt es Bereiche, in denen magnetische Momente gleichgerichtet sind. Solche Bereiche heißen Domänen. Ein äußeres Magnetfeld begünstigt die Ausrichtung dieser Momente in Feldrichtung. Dadurch entsteht eine starke Anziehungskraft. An einer geeigneten Eisen- oder Stahlfläche kann deshalb bereits ein gewöhnlicher Haushaltsmagnet zuverlässig halten.

Aluminium ist schwach paramagnetisch

Aluminium besitzt diese ferromagnetische Ordnung nicht. Es wird von einem äußeren Magnetfeld nur sehr schwach angezogen. Diese Eigenschaft heißt Paramagnetismus. Die Anziehung reicht unter Alltagsbedingungen nicht aus, um einen Magneten an einem Aluminiumblech festzuhalten. Nach Entfernen des äußeren Felds bleibt keine dauerhafte Magnetisierung zurück.

Haftet ein Magnet scheinbar an Aluminium, lohnt ein Blick auf den Aufbau: Dahinter können Stahl, eine Schraube oder andere ferromagnetische Bauteile sitzen. Aluminium schirmt ein ruhendes Magnetfeld nicht einfach ab. Die Anziehung kann deshalb durch das Blech hindurch wirken, wobei der Abstand zum Stahl beeinflusst, wie gut der Magnet hält.

Wenn ein bewegter Magnet auf Aluminium reagiert

ist Aluminium magnetisch gestestet mit MagnetEin interessantes Verhalten können Sie beobachten, wenn sich ein starker Magnet in der Nähe von Aluminium bewegt. Dann verändert sich nämlich das Magnetfeld im elektrisch leitfähigen Metall. Dadurch können kreisförmige elektrische Ströme entstehen, die sogenannten Wirbelströme. Sie erzeugen selbst ein Magnetfeld, das der verursachenden Änderung entgegenwirkt.

Anschaulich wird dieser Effekt bei einem Magneten, der durch ein Aluminiumrohr fällt: Seine Bewegung kann deutlich abgebremst werden, obwohl er nicht an der Rohrwand haftet. Wie stark die Bremswirkung ausfällt, hängt unter anderem von Magnetstärke, Geschwindigkeit und Form des Bauteils ab.

Auch ein Wechselmagnetfeld kann solche Ströme auslösen, ohne dass sich das Aluminium selbst bewegt. Entscheidend ist die zeitliche Änderung des Magnetfelds im Material, nicht allein die Bewegung eines sichtbaren Bauteils.

Technisch lässt sich dieses Prinzip beispielsweise für Wirbelstrombremsen nutzen. Solche Kräfte sind also kein Widerspruch zur fehlenden Magnethaftung. Sie entstehen durch elektromagnetische Induktion und nicht durch Ferromagnetismus. Aluminium wird dabei auch nicht zu einem Dauermagneten.

Aluminiumlegierungen richtig einordnen

Für viele Anwendungen wird Aluminium mit weiteren Elementen kombiniert. Solche Legierungen können beispielsweise Magnesium enthalten, um bestimmte Eigenschaften gezielt zu beeinflussen. Übliche Aluminiumlegierungen werden dadurch jedoch nicht zu ferromagnetischen Werkstoffen. Auch geringe Anteile anderer Metalle bedeuten nicht automatisch, dass ein Magnet daran hält.
ist Aluminium magnetisch erkennbar an Alublech

Was ein Magnettest an Aluminium aussagt

Für ein vorhandenes Bauteil können Sie mit einem Magneten zunächst die Haftung prüfen. Testen Sie ihn dafür zuerst an einer bekannten magnetisch haftenden Stahlfläche. Halten Sie ihn anschließend an mehrere Stellen des Bauteils, möglichst abseits von Schrauben und Halterungen. Unterschiedliche Ergebnisse können auf andere verbaute Materialien hinweisen, sie beschreiben nicht die Eigenschaften der gesamten Fläche.

Bleibt der Magnet nicht haften, ist damit allerdings noch nicht bewiesen, dass das Bauteil aus Aluminium besteht. Auch andere Metalle zeigen keine alltagstaugliche Magnethaftung. Der Test beantwortet daher eine praktische Frage zur Befestigung, ersetzt aber keine eindeutige Materialangabe.

Weitere Eigenschaften von Aluminium für Ihr Vorhaben

Bei der Materialwahl zählt nicht nur der Magnetismus: Auch Gewicht, Leitfähigkeit und Korrosionsbeständigkeit bestimmen, welche Vorteile Aluminium für Ihr Vorhaben bietet.

  • Geringes Gewicht: Bei gleichem Volumen ist Aluminium deutlich leichter als Stahl. Das erleichtert die Handhabung von Verkleidungen, Profilen und Rohren. Auch in Branchen, in denen das Gewicht ein wichtiges Kriterium ist, ist das Material interessant - etwa in der Raumfahrt oder Unterhaltungselektronik.
  • Gute Leitfähigkeit: Aluminium leitet elektrischen Strom und Wärme gut. Das macht den Werkstoff beispielsweise für Leitungen und Kühlkörper in der Elektronik interessant.
  • Korrosionsbeständigkeit: An der Luft bildet sich eine schützende Oxidschicht. Welche Ausführung geeignet ist, hängt von Legierung und Einsatzbedingungen ab.

Mehr über diese Schutzwirkung erfahren Sie im Beitrag Kann Aluminium rosten?. Für die Magnethaftung ist dagegen nicht diese dünne Oberflächenschicht, sondern das Magnetverhalten des Werkstoffs entscheidend.

Aluminium oder magnetische Oberfläche: unser Sortiment für Ihr Projekt

ist Aluminium magnetisch erkennbar an KühlschrankAluminium erfüllt die Ansprüche Ihres geplanten Projekts – oder Sie haben sich für eine Alternative mit passenderen Eigenschaften entschieden? In unserem Alufritze Shop finden Sie für viele Anforderungen verschiedene Angebote. Sehen Sie sich gern etwas um und beauftragen Sie uns mit der Umsetzung Ihrer Werkstücke:

  • Für flächige Bauteile: Mit unserem Alublech nach Maß erhalten Sie einen Zuschnitt in den benötigten Abmessungen, beispielsweise für eine leichte Verkleidung. So orientiert sich das Blech an Ihrem Vorhaben und nicht Ihr Vorhaben an einem vorgegebenen Format.
  • Für andere Formen und Oberflächen: Zu unserem Angebot gehören außerdem beispielsweise verschiedene Aluminiumprofile, Aluminiumrohre und Riffelblech nach Maß. Welche Variante sinnvoll ist, richtet sich nach der gewünschten Form, Oberfläche und Funktion des Bauteils.
  • Für direkte Magnethaftung: Unser magnetisches Edelstahlblech ist perfekt für eine feste Haftung. Möchten Sie dagegen Notizen, Termine oder Unterlagen mit Magneten ordnen, bietet sich eine Magnettafel aus unserem Sortiment an.

Wenn Sie Edelstahlblech nach Maß auswählen, achten Sie für die Magnethaftung auf die konkrete Ausführung: Nicht jede Edelstahlsorte reagiert gleich. Zur Einordnung der Materialbezeichnungen finden Sie ergänzende Informationen im Beitrag Unterschied von V2A und V4A.

Häufige Fragen zu Aluminium und Magnetismus

Es sind noch Fragen offen? Hier erfahren Sie noch mehr rund um das Thema:

Haftet ein starker Neodym-Magnet an Aluminium?

Auch ein besonders starker Neodym-Magnet haftet nicht von selbst an einer reinen Aluminiumoberfläche. Seine höhere Magnetkraft ändert nichts daran, dass Aluminium nicht ferromagnetisch ist. Befindet sich hinter dem Aluminium jedoch Stahl oder ein anderes ferromagnetisches Material, kann die Anziehung durch das Aluminium hindurch wirken.

Wird Aluminium durch Eloxieren magnetisch?

Nein. Beim Eloxieren wird die natürliche Oxidschicht des Aluminiums technisch verstärkt. Dadurch verändern sich unter anderem Oberflächenschutz und Optik, die grundlegenden magnetischen Eigenschaften des Werkstoffs bleiben jedoch erhalten. Auch eloxiertes Aluminium bietet deshalb keine typische Haftfläche für Magnete.

Wie lassen sich Magnete trotzdem an einem Aluminiumbauteil befestigen?

Soll ein Magnet an einer Konstruktion aus Aluminium halten, kann eine ferromagnetische Gegenfläche ergänzt werden. Je nach Aufbau kommen beispielsweise eine geeignete Stahlplatte oder ein kleines Stahlelement infrage. Alternativ können Magnete auch geklebt oder mechanisch befestigt werden.

Spielt die Dicke des Aluminiums für einen Magneten eine Rolle?

An reinem Aluminium haftet ein Magnet unabhängig von der Materialstärke nicht wie an Stahl. Befindet sich jedoch magnetisch anziehbares Material hinter dem Aluminium, vergrößert ein dickeres Aluminiumblech den Abstand zum Magneten. Dadurch kann die tatsächlich wirkende Anziehungskraft geringer ausfallen.